Was ist überhaupt Boßeln?

Boßeln ist ein disziplinierter Leistungssport!

Wann und wo die erste Boßelkugel geworfen wurde und wer damit die Wellen einer überschäumenden Begeisterung über eine ganze Region hinwegrollen ließ ist in den vielen vorhandenen Schriftstücken über die Entwicklungsgeschichte des Klootschießens und Boßelns nicht zu entnehmen. Fest steht, dass aus dem Boßeln für die Bewohner an der Nordseeküste und dem nördlichen Oldenburger Land ein Volkssport entstanden ist, der bis heute nicht nur in seinem Ursprung erhalten werden konnte, sondern im Laufe der Zeit vom FKV (Friesischer Klootschießerverband) mit seinen beiden Landesverbänden Oldenburg und Ostfriesland zu einem disziplinierten Leistungssport entwickelt worden ist.          Boßelverrückte Landstriche sind da:

-wo die Boßelkugel auf die Nachkommen vererbt wird;

-wo sich die Essenszeit der Familie nach dem Wettkampf richtet;

-wo die Kindtaufe wegen eines Wettkampfes verschoben wird;

-wo man Meisterwerfern ein Denkmal setzt;

-wo die plattdeutsche Sprache beim Sport gepflegt wird;

-wo man die Kugel über "den Finger" oder über "den Daumen" gleiten läßt um das Straßenprofil zu überlisten;

-wo Autofahrer auf Sportler besondere Rücksicht nehmen.

 

 

                             Der erste Riesenerfolg, Aufstieg in die Landesliga 1988

1. Aufstieg in die Landesliga 1988

 

Leider gibt es in den letzten Jahren in vielen Vereinen akute Mitgliederrückgänge. Zahlreiche Vereine kämpfen praktisch ums Überleben, einige mussten sogar schon ganz die Segel streichen (akut 2015  Heidmühle und Förrien-Minsen). Der Nachwuchs fehlt an allen Ecken und Kanten, die heutige Jugend ist scheinbar nicht mehr bereit sich dem Friesensport zu widmen. Zu verlockend die Trendsportarten Fußball, Handball oder auch Tischtennis. Außerdem ist die heutige Jugend nicht bereit irgendwelche Führungsarbeiten, sprich Vorstandsarbeiten in den Vereinen anzunehmen. Ein wahrer Teufelskreis!

Jetzt aber ist unser Verein "Min Jeverland" in der glücklichen Lage mit einigen "Rentnern" die Nachwuchsarbeit voll in Angriff nehmen zu können.  Die ersten Erfolge gab es bereits bei den Kreismeisterschaften im Sommer 2015. Das Sandelermönser Urgestein Hinni Wolken kann jetzt erneut fast 20 Kinder für den Boßelsport begeistern. Bei den allwöchentlichen Übungsboßeln wimmelt es regelrecht auf der Sandelerstraße von Nachwuchs-Friesensportlern und Sportlerinnen. Meine Hochachtung dafür!

Leider sind die Einstellungen zum Boßelsport in Möns bei den Erwachsenen in den letzten Jahren permanent in den Keller gegangen. Warum auch immer! Einige Aktive glauben auch heute noch das wahre Boßelparadies liegt in Ostfriesland. Also wird fleißig gewechselt, was man damit dem Heimatverein antut ist scheinbar völlig Nebensache. Und genau da liegt unser Problem! Ich hoffe immer noch das einige im Alter wieder "vernünftig" werden und sich an ihre "Vereinswurzeln"  erinnern.

Mein erster größter Einzelerfolg: 1984 Kreiseinzelmeister in Hohenkirchen mit 1982 Metern, eine Weite die in    heutigen Zeiten auf dieser Bahn nicht mehr zu schaffen ist, dafür hat sich die Straße Richtung Altgarmssiel zu    sehr verändert. Bei den anschließenden Landesmeisterschaften auf gleicher Strecke reichte es damals "nur" zur Silbermedaille. Auf FKV-Ebene in Schwerinsdorf (Ostfriesland) versagen dann die Nerven völlig, Rang sechs!

 

 

 Silbermedaille bei den Landesverbandsmeisterschaften 2017 Männer III Holzkugel

 Impressionen aus der Vereinsgeschichte in Bildern